Ein Bericht der NRZ vom 08. September 2015

Die Hilfsbereitschaft ist groß


Die Flüchtlingshilfe hat alle Hände voll tun und freut sich über die Unterstützung vieler Weseler. Das Spendenlager des Vereins  ist randvoll.

Von Gabi Kowalczik

WeseL Theoretisch ist ihr Engagement bei der Fltichtlingshilfe ein Ehrenamt. Theoretisch. ,,Tatsächlich aber gleicht die Arbeit derzeit mehr einem Vollzeitjob", sagt Marlies Hillefeld .
,,An sieben Tagen in der Woche klingelt von 7.30 Uhr bis spät abends das Telefon ."
Viel zu tun, aber - das macht Marlies Hillefeld ganz deutlich:
" Wir machen es gern. Und es ist toll,wie engagiert und hilfsbereit die Weseler sind."
Von schlechter Stimmung oder Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen bemerke sie in der Hansestadt nichts, sagt die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe . Und davor habe sie auch keine Angst.
,,Zwar verfolge ich Facebook nicht und was da möglicherweise veröffentlicht oder diskutiert wird. Aber ich wei&, dass wir hier eine rege Gegenbewegung haben ." Und eine enorme Spen­ denbereitschaft .
Es möchten so viele Leute Kleidung und mehr fiir die in Wesel untergebrachten Männer, Frauen
und Kinder abgeben, dass das Magazin der Flüchtlingshilfe mittlerweile aus alien Nähten platzt. ,,Und so sehr ich mich über diese Hilfsbereitschaft auch freue -wir können derzeit einfach keine Kleiderspenden mehr annehrnen", sagt Marlies Hillefeld. Dernnächst wüirde sicher Winterkleidung benötigt, zuletzt häufig abgegebene Sommerkleidung könne der Verein aber aktuell nicht mehr in seinem Lager unterbringen. ,,Und der Stadt werden derzeit so gut wie keine neuen Fltichtlinge zugewiesen, also geben wir auch kaurn Sornmerkleidung an Neuankömrnlinge aus."
Anders sehe es bei Töpfen, Pfannen, Handtüchem und Bettwäsche aus, die aufgrund der dezentralen Unterbringungen in Wohnungen irnmer benötigt würden. Auch Fahrradspenden seien willkornmen .
,,Allerdings müssen die in einerm guten Zustand sein", betont Marlies Hillefeld. "Wir haben niernanden, der uns die Räder aufarbeiten konnte."

Bastelstunden
14 aktive Mitglieder engagieren sich in der Flütichtlingshilfe, auch deren Partner und andere Helfer packen rnit an. Sie stehen den derzeit rund 460 Erwachsenen und Kindem, von denen ein Gro8teil aus Syrien kornmt, als Ansprechpartner bei Alltagsfragen zur Verfügung und helfen ihnen, sich im fremden Deutschland zurechtzufinden. Mit Hilfe von Spenden finanzieren sie außerdem Angebote wie eine wöchentliche Bastelstunde fiir Kinder und Eltem oder auch Deutschkurse. Unterstützung bekommt die Flüchtlingshilfe von der Stadt, die etwa das Magazin gratis zur Verfügung stellt, aber auch von Partnem wie etwa Kirchengemeinden, Vereinen, der VHS oder Farnilienbildungsstätten.

Die Bewohner der Notunterkunft am Lippeglacis werden nicht ehrenamtlich von der Fliichtlingshilfe betreut, "Falls bei uns Spenden für diese Menschen ankommen, leiten wir sie aber natürlich weiter", sagt Marlies Hillefeld.         

Derzeit arbeitet die Fliüchtlingshilfe an einem Projekt zur Hausaufgabenbetreuung. Paten sollen Flüchtlingskindern bei den Schulaufgaben zur Seite stehen. Auch ein neuer Sprachkurs in der VHS soll realisiert werden, diesmal ein Alphabetisierungskurs.  

 

ASG sammelt für Flüchtlinge

Möbelspenden im Container: Werner-von siemens-Sraße

Ein Bericht im "Der Weseler" vom 22.07.2015

 

 

CDU spendet für Flüchtlinge und Yeziden

Ein Bericht in "Der Weseler"

vom 18.02.2015

 

Evangelische Allianz unterstützt Flüchtlingshilfe

WESEL (RP) Während der Internationalen Geberwoche im Januar hat die Evangelische Allianz Wesel, zu der die Evangelische Kirchengemeinde Wesel sowie die drei freikirchlichen evangelischen Gemeinden und die Stadtmission gehören, an fünf Abenden für die Arbeit der Flüchtlingshilfe gesammelt.
Ein Betrag von 1200 Euro konnte somit zur Unterstützung der vielfältigen Aufgaben des Vereins übergeben werden.
Die Vertrter der Evangelischen Kirchengemeinde und der freikirchlichen Gemeinden, die im Leitungskreis der Evangelischen Allianz Wesel mitarbeiten, wollen sich demnächst mit der Vorsitzenden Marlies Hillefeld treffen, um zu prüfen,wie man die Arbeit der Flüchtlingshilfe auch praktisch unterstützten kann.

Bericht: RP vom 11.02.2015

 

Mit Gospel Flüchtlinge unterstützen

Der Erlös des Gospelkonzerts im Lutherhaus geht an die Flüchtlingshilfe Wesel.

WESEL (mni) Mit dem groovenden Mitmachlied "Raka Naka" wurdedas Gospel-Benefizkonzert im Lutherhaus  eröffnet.
Drei  Chöre  - ,"GospelTrain"   der   evangelischen Kirchengemeinde  Wesel,  der  Chor "Gospelfriends"  aus  Bocholt  und der    Gospelrock- ,"HeartChor "   aus Moers - sorgten  fiir  reichlich  Abwechslung  in  Gesang ·und  Optik. Fehlen  durften  beim  Sängeroutfit naürlich nicht bunte,  schmückende Seidentücher in blau oder regenbogenfarben  und  bei  der  Performance erhebende Arm und Handbewegungen. Da bekam die übliche Konzertaufforderung  "Hände  zmn Himmel" mal eine ganz andere Bedeutung.
Marlies  Hillefeld,  Vorsitzende  der  Flüchtlingshilfe  Wesel, die sich natilrlich über die rund 300 spendenfreudigen Gäste freute, stellte kurz und prägnant die Arbeit vor, für die die Spenden (1500 Euro) verwendet werden.
Das Haus an der Ecke Fluthgrafstraße/Herzogenring dlient seit vielen Jahen als Flüchtlingsunterkunft. Aktuell sind in der Stadt 360 Personen aus 27 Ländern untergebracht. "Das Boot ist also noch lange nicht voll", sagte Hillefeld.  "In  Wesel  leben schließlich rund 60000 Menschen." Die Renovierung des Wohnheims ist eine Aufgabe, die die Flüchtlingshilfe betreut und die dank der Stadt Wesel trotz angespannter Haushaltslage fortgesetzt werden kann. "Die Flüchtlinge möglichst schnell  in  Wohnungon  zu  vermitteln, ist unser oberstes Ziel."
Ebenso wichtig ist das Erlernen der deutschen Sprache. An der Volkshochschuie startet  ein Sprachkurs.
Der Verein Flüchtlingshilfe Wesel kümmert sich um Beratung, Spiel- und Freizeitangebote,    Arbeitsstellen­ und  Wohnungssuche,  Besuche  bei den Flüchtlingen zu Hause, Begleitung bei Behördengängen und Stärkung cler Flüchtlingskinder für den Besuch  der Kita  oder  der  Schule.
"Sprache  ist  der Schlüssel fiir eine gelungene Zukunft",  erklart Marlies Hillefeld.  Wir werden das  Spendengeld  füir Sprachkurse  verwenden, damil die Menschen in Würde in Wesel leben können. Wer sich beteiligen will, ist herzlich mit Mitarbeit und Spenden willkommen", schloss Hillefeld ihren kleinen Votrag mit viel Applaus aus.
Dann gab's wieder Musik und Gesang.  Songs  wie "Gospel  Train", "Power" und  "Lord  hold  me" sorgten für tolie Stimmung. Die Themen der  Songs waren passend  zum Anlass des Konzertes gewählt:
Nachstenliebe, Kraft filr den Alltag und Gottes Beistand.

Weltere fnfornrntionen zur Flüchtlingshilfe im Netz. www.flüchtlingshilfe·wesel.de

Bericht: RP vom 10.02.2015
Foto: Gerd Hermann

 

 

 

Von Somalia nach Wesel -
was Flüchtlinge erleben und wie man helfen kann


Die Kirchengemeinden im Kirchenkreis engagieren sich für Flüchtlinge vor Ort.

Beispiel: Kirchengemeinde Wesel

Die Evangelische Kirchengemeinde Wesel ließ Weihnachten von allen Kanzeln ankündigen, dass privater Wohnraum für die Unterbringung von der Stadt Wesel gesucht werde.
Sie bat Ihre Gemeindemitglieder, selbst zu überlegen, ob sie Wohnraum zur Verfügung stellen könnten oder andere gezielt zu fragen.
Die Gemeinde selbst konnte inzwischen zwei kleine Wohnungen zur Unterkunft mit Flüchtlingen bereitstellen.
Renate Brützel, Presbyterin und Mitglied des Redaktionskreises vom Gemeindebrief, berichtet über ihren Besuch bei Sawda Mohamed, die aus Somalia geflüchtet ist und nun gemeinsam mit ihrem Sohn in einer Wohnung der Gemeinde untergebracht ist:


http://kirchenkreis.kirche-wesel.de/kcfinder/upload/images/Personen/bericht%20renate%20sawda%20mohamed%20hillefeld.jpgHooyo, Hooyo!“- „Mama, Mama!“
Der kleine Junge, der neugierig aus der geöffneten Tür schaut, will schnell auf den Arm seiner Mutter, als die beiden fremden weißen Frauen vor der Tür stehen.
Sympathischer ist ihm da schon der Dolmetscher,der mit ihnen gekommen ist.
Seine Mutter ist Sawda Mohamed, sie kommt aus Somalia. Dieses Land leidet seit mehr als 20 Jahren unter blutigen Konflikten, vor allem zwischen der Zentralregierung in Mogadischu und der radikalislamischen Schabab-Miliz.
Frau Mohamed erzählt im Gespräch, dass sie in Somalia Gemüsehändlerin war. Als ihr Mann, der der Regierung nahe stand, ermordet wurde, lässt sie ihre drei Kinder bei ihrer Mutter zurück und macht sich auf die gefährliche Flucht nach Europa, ein neues, sichereres Zuhause für sich und ihre Kinder zu finden. Durch die Wüste und über das Mittelmeer gelangt sie nach Italien. Nach dem Aufenthalt in einem Aufnahmelager erhält sie eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis. Sie lernt einen neuen Mann kennen, Samer wird geboren. Aber das Leben ist schwierig, weil die Flüchtlinge weitgehend auf sich allein gestellt sind und oft nur mit Hilfe der Suppenküchen wohltätiger Organisationen überleben.
Nachdem sie auch noch überfallen worden ist und vier Monate im Krankenhaus gelegen hat, ergreift sie mit Samer wieder die Flucht.
Und obwohl sie als Asylbewerberin in dem Land ihrer Ankunft bleiben müsste, steigt sie einfach in einen Reisebus. So gelangt sie, die wieder schwanger ist, mit ihrem Sohn tatsächlich über die Grenze nach Deutschland und kommt nach Aufnahmelager und Verteilung in Wesel an.
Die erste Unterkunft für Flüchtlinge in Wesel ist die Notunterkunft in der Fluthgrafstraße.
Marlies Hillefeld weiß um die beengte Situation in dieser Unterkunft.
„Wir bemühen uns, dass vor allem Familien möglichst bald in Wohnungen umziehen.“, sagt sie.
Mit Hilfe der Stadtverwaltung Wesel und in diesem Fall mit der Evangelischen Kirchengemeinde als Vermieter wohnen Sawda Mohamed und Samer jetzt in einer kleinen Wohnung unter dem Dach, die aus Spenden möbliert wurde.
„Sie ist froh und dankbar, dass sie, ihr Sohn und ihr ungeborenes Kind in Sicherheit sind. Ihr größter Wunsch ist es jetzt, dass ihr Asylantrag positiv beschieden wird, sie Papiere bekommt, die deutsche Sprache lernt und die Familie in nicht allzu ferner Zukunft wieder vereint ist!“, übersetzt der Dolmetscher.

Bericht und Foto

Evangelischer Kirchenkreis Wesel